25/06/2011

39. ADAC Zurich 24h-Rennen

Projekt Zielankunft beim Saisonhöhepunkt

Pinta Racing startet beim 24-Stunden-Rennen mit zwei Porsche


Pinta Racing reist optimistisch zum 39. ADAC 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring. Bei vier Läufen der VLN Langstreckenmeisterschaft in dieser Saison hat das Team bereits seine Schnelligkeit gezeigt und den Fans einen tollen Kampf dargeboten.  Bei allen vier Rennen fuhr das Duo Michael Illbruck/Manuel Lauck mit dem Pinta-Porsche 997 GT3 R in der Spitzengruppe mit. Darüber hinaus sammelte die Mannschaft auch schon Führungskilometer und feierte bei Lauf vier die erste Pole-Position.


Allerdings ist das Ziel für die 24 Stunden nicht das Podium. „Wir wollen in erster Linie ankommen und uns mit den vielen Teams messen, die in einer Liga mit uns spielen“, sagt Michael Illbruck. Ein Angriff auf die Werksteams ist für den Teamchef nicht zielführend. „Wenn wir unseren Speed durchziehen und am Ende auch ankommen, dann wird das zwangsläufig bis in die Top 15 führen.“ Mehr kann und will Illbruck mit dem Blick in die Starterliste nicht erwarten.

Zum Langstreckenklassiker an diesem Wochenende hat sich Pinta Racing verstärkt. Neben Michael Illbruck und Manuel Lauck greifen die erfahrenen Profis Jörg van Ommen und Altfrid Heger ins Steuer des Pinta-Porsche.


Pinta Racing wird bei den 24 Stunden zudem mit einem zweiten Fahrzeug an den Start gehen. Für den Pinta-Porsche 997 GT3 Cup sind Felix Illbruck/Matthias Hoffsümmer vorgesehen, die in dieser Saison bereits zwei gute Rennen zeigten. Unterstützt werden sie von Klaus Elm und Eddie Althoff.

 

Der längste Ritt durch die Grüne Hölle

 

Das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring wird 2011 zum 39. Mal ausgetragen

 

Das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring gehört mittlerweile zu den Motorsportklassikern auf der Welt. Erstmals 1970 ausgetragen findet das Langstreckenrennen in diesem Jahr zum 39. Mal statt. Es besitzt zwar noch nicht die gleiche Tradition wie die 24 Stunden von Le Mans (Frankreich), die erstmals im Jahr 1929 ausgetragen wurden, aber der Marathon in der Eifel kann sich durchaus mit diesem Event messen. Bei beiden Veranstaltungen steht ein Rennen zweimal rund um die


Uhr im Mittelpunkt, aber ansonsten gibt es große Unterschiede. Die 24 Stunden haben jeweils ihre absoluten Eigenheiten. Für das Rennen auf dem Nürburgring gelten zahlreiche Superlative.

„Das Schöne an einem 24-Stunden-Rennen ist, dass man sich 24 Stunden auf das Ende freuen kann.“ So könnte die Meinung eines Teilnehmers am berühmten Eifelklassiker lauten. Was aber treibt einen Rennfahrer wirklich an, mit einem Auto rund um die Uhr auf der Nordschleife Kopf und Kragen zu riskieren. Ist es die Herausforderung, die sich an diesem Tag Mensch und Maschine stellt? Wollen die Teilnehmer ihre eigenen Grenzen erfahren? Nehmen alle die Strapazen nur auf sich, um die Zieldurchfahrt nach 24 Stunden vor einer riesigen


Zuschauerkulisse zu erleben? Oder ist es einfach nur ein großes Prüffeld für Ingenieure, die unter Rennbedingungen ihre neusten Errungenschaften testen können? Wahrscheinlich gibt es noch zahlreiche weitere Motive. Aber festzuhalten ist, dass das Langstreckenrennen auf dem Nürburgring sich auch bei seiner 39. Auflage großer Beliebtheit erfreut. Bei den Teams, Fahrern und Zuschauern.

Zahlenspiele aus dem Jahr 2010: gut 200.000 Zuschauer. 25,378 Kilometer lang ist die beim Langstreckenklassiker gefahrene Streckenvariante. 1.500 ehrenamtliche Helfer waren im Einsatz. Allein 1.000 im Streckensicherungsteam, davon 850 Streckenposten im Schichtbetrieb. 230 Fahrzeuge waren mit


765 Piloten genannt, 220 Teams durften starten. Die Fahrer hatten pro Runde 87 Kurven zu bewältigen und das Fernsehen übertrug neun Stunden Rennbilder live. Die Sieger fuhren 3.832,078 Kilometer oder 151 Runden.

Auch die Trainingssitzungen sind etwas länger als normal. Insgesamt 5,5 Stunden oder 480 Minuten durften die Teilnehmer ran. Wobei das Zeittraining auf dem Nürburgring noch eine zusätzliche Schwierigkeit in sich birgt. Um bei 230 Teams auf der Nordschleife wirklich schnell zu sein, braucht der Fahrer eine Runde mit möglichst wenig Verkehr. Die einfachste Methode, um die zu bewerkstelligen, ist es, möglichst als Erster aus der Boxengasse zu starten.


Es gibt zwei Fahrer die eine besondere Beziehung zum „Eifel-Marathon“ haben. Hans-Joachim Stuck gewann 1970 das erste Rennen und wird 2011 hier seine aktive Karriere beenden. Hans-Joachim Stuck: „Im Lauf der Zeit haben sich am Nürburgring natürlich viele Dinge massiv geändert. Man denke nur einmal an die Sicherheitseinrichtungen und die Professionalität bei den Bergungsmaßnahmen. Nicht geändert hat sich diese tolle Mischung aus Amateuren, Profis, Halbprofis, Werksteams und Hobbymannschaften – das macht ganz viel vom Reiz der Veranstaltung aus. Hier bekommen die Fans so viel Rennen zu sehen, wie nirgendwo sonst. Und die Fans sind hier auch so frei wie sonst nie.


Viele kommen hier ganz früh hin und richten sich ein, verbringen hier eine Erlebniswoche: Das ist doch etwas ganz anderes, als bei anderen Rennen, wo man nicht einmal einen Rucksack mit Verpflegung mit auf die Bühne nehmen darf. Als Fahrer bekommen wir das hautnah mit, wenn wir in den Abend hineinfahren und rund um die Strecke gehen die Grillfeuer an. Da sitzt Du im Auto und riechst die Steaks und Würstel und Dir läuft das Wasser im Mund zusammen.“

Uwe Reich hat etwas geschafft, was sonst keinem Piloten gelungen ist. Der Steuerberater aus Solingen hat bisher jedes 24-Stunden-Rennen bestritten. „Das war keine Absicht. Als ich angefangen habe, konnte ich doch nicht so weit in die Zukunft schauen.“


Reich, der im September 71 Jahre alt wird, begann 1968 mit dem Motorsport. Zunächst fuhr er Bergrennen und wechselte 1970 auf die Rundstrecke: „1970 bin ich mit einem Ford Capri gestartet, aber leider ausgefallen.“ „Anschließend bin ich immer wieder gefahren, zeitweise sogar auf zwei Autos. Es hat einfach Spaß gemacht. In der Anfangszeit war es echter Breitensport. Es ging im Fahrerlager sehr kameradschaftlich zu, man hat sich gereut, Freunde zu treffen.“ Zahlreiche Klassensiege hat der Solinger bis heute eingefahren. „Für einen Gesamtsieg hat es leider nie gereicht, ich habe nie auf dem richtigen Auto gesessen.“ An ein Ende seiner Aktivitäten mag Reich heute noch nicht denken: „Ich fahre so lange, wie es die Gesundheit zuläßt.“


Obwohl er schon an ein Ende gedacht hatte. „Die Vernunft hat mir schon einmal gesagt, mit den 24 Stunden aufzuhören. Aber dann kamen die Anrufe, ob ich denn diesmal sicher wieder dabei sei werde. Und so mache ich erst einmal weiter.“

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