RENNEN

35 Jahre eine Serie

Kaum eine andere Breitensport-Meisterschaft zeigt sich so beständig, wie die VLN

Es war der 23. April 1977 – natürlich ein Samstag – als die VLN Langstreckenmeisterschaft ihr erstes Rennen austrug. Bis dahin wurden auf der Nürburgring-Nordschleife bereits zahlreiche Rennen über 3,5 bis 6 Stunden gefahren, jedoch noch nie in einer gemeinsamen Serie.

 

Die Veranstaltergemeinschaft Langstrecke Nürburgring (VLN) schaffte es, diese Rennen für Amateurfahrer unter einem Dach zusammen zu fassen und als Langstreckenpokal zu etablieren.

Die ersten Rennsieger hießen Matthias Schneider und Franz-Rudolf Ubach. Ihnen folgten bis heute hunderte weitere Namen, die in den Siegerlisten festgehalten wurde. Der erste VLN-Gewinner war Ernst Thierfelder. Sein Auto: ein Simca 1000. Von GT3, Balance of Performance oder der Unterscheidung zwischen seriennahen Fahrzeugen und reinrassigen Rennwagen nach Spezialreglement war damals noch nicht die Rede.

Der VLN Langstreckenpokal etablierte sich schnell und wurde zu einer festen Größe im deutschen Motorsport. In den 80er Jahren zählte sogar das 24-Stunden-Rennen zur Serie. Daher kommt auch die große Verbundenheit, die die 24 Stunden und die VLN pflegen. Bei der Hatz zweimal rund um die Uhr sind rund 90 Prozent der Fahrer und Fahrzeuge auch in der VLN zuhause.

Im Gegensatz zu anderen Serien steigerte die VLN ihre Popularität kontinuierlich. Waren es 1977 noch 130 Fahrzeuge, die an den Start gingen, sind es heute immer wieder 210. Mehr Teilnehmer dürfen die knapp 25 Kilometer lange Kombination aus Nordschleife und Grandprixkurs auch nicht unter die Räder nehmen.

Während sich der Nürburgring vor allem in den letzten 15 Jahren immer wieder veränderte, blieb eins stets gleich: die VLN. Die Langstreckenpiloten waren es, die das erste Rennen mit der neuen Mercedes-Arena absolvierten. Die VLN nutzte erstmals die neu gebaute Boxenanlage. Und es waren die Fans der Langstreckenmeisterschaft, die die neue Tribüne gegenüber der Boxengasse einweihten.

Zu Beginn des neuen Jahrtausends änderte sich auch die VLN. Zeitgleich zu einem neuen Hauptsponsor wertete der DMSB die Serie zur Meisterschaft auf. Doch auch heute noch sprechen vor allem alteingesessene Eifelaner vom Langstreckenpokal.

Egal, was am Nürburgring geschah, die VLN und ihre Piloten und Fans machten alles mit. So wurde im Jahr 2000 die Boxenanlage komplett abgerissen und neu gebaut – knapp ein Jahr lang war die Box nicht nutzbar. Doch für die VLN war dies kein Problem. Kurzerhand wurde die Start- und Zielgeraden zur Boxengasse umfunktioniert. Die Kurzanbindung der Grandprixstrecke wurde nur beim Stopp mit gefahren, ansonsten blieben alle Autos nur auf der Nordschleife.

Jedes Team musste je nach Renndistanz zwei bis dreimal zum Pflichtstopp kommen. Wer keinen Funk hatte, wartete gut und gerne eineinhalb Stunden, bis er das Auto und seinen Piloten endlich wiedersah.

In den vergangenen drei Jahren verzeichnete die VLN die gravierendsten Eingriffe ins Reglement bisher. Mit der Einrichtung der neuen GT3-Klasse und der Balance of Performance können jetzt die Regelhüter von Rennen zu Rennen die Autos neu einstufen und hier und da an den Stellschrauben drehen, damit möglichst viele Fahrzeuge die Chance zum Gesamtsieg haben. Die Ergebnisse der letzten Jahre zeigen, dass das Konzept immer stärker greift.

Es wird sicher nicht die letzte Veränderung der VLN Langstreckenmeisterschaft und des Nürburgrings gewesen sein. Doch was auch kommen mag: Die Serie ist gut gerüstet, auch die nächsten 35 Jahre Motorsport vom Feinsten zu bieten.

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